thema: Rapper Xatar

Xatar [ˈχatar] (* 24. Dezember 1981 in Sanandadsch, Iran; † 7. Mai 2025 in Köln; bürgerlich Giwar Hajabi) war ein deutscher Rapper, Produzent und Unternehmer kurdischer Abstammung aus Bonn.

Neben seiner eigenen Rap-Karriere war er Gründer und Inhaber der Labels Alles oder Nix Records, Kopfticker Records, Groove Attack TraX und Goldmann Entertainment. Über seine Labels förderte er Hip-Hop-Musiker wie SSIO, Schwesta Ewa, Eno, Mero und Sero el Mero. Parallel zu seiner musikalischen Tätigkeit erweiterte er mit der Shisha-Bar Bar Noon, dem Köfte-Imbiss Haval Grill, der Tabak-Marke Orijinal und dem Schmuck- und Kleidungsdesign für Massari seine unternehmerische Arbeit. Mit seiner Autobiografie Alles oder Nix: Bei uns sagt man, die Welt gehört dir trat er 2015 als Autor in Erscheinung. Zudem erlangte er 2009 durch einen Überfall auf einen Goldtransporter nationale Bekanntheit.

Kindheit und Ausbildung

Xatar erlernte ab dem neunten Lebensjahr das Klavierspielen (2018) Xatar wurde 1981 unter dem Namen Giwar Hajabi (Sorani ژیوار حاجبی DMG Žīwār Ḥāğabī) in Sanandadsch in der iranischen Provinz Kurdistan geboren. Sein Vater ist der Musikprofessor und Komponist Eghbal Hajabi.[1][2] Anfang der 1980er Jahre flüchteten seine Eltern mit ihm in den nahegelegenen Irak.[3] Zu dieser Zeit brach der Erste Golfkrieg zwischen den beiden vorderasiatischen Staaten aus. Nach den Übergriffen des Regimes Saddam Husseins auf die kurdische Minderheit im Irak kamen seine Eltern in Haft, als Xatar drei Jahre alt war.[4] Im Interview berichtete er, dass seine Mutter in der Haft gefoltert wurde, weil sie „die Positionen der kurdischen Rebellen verraten“ sollte.[5] Zusammen mit seinen Eltern war er einige Monate im Gefängnis in Samawa eingesperrt.[6] Mit Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes gelangte seine Familie nach einem einjährigen Zwischenstopp in Paris 1985 als Asylbewerber nach Bonn.[7][8] Dort lebte sie in einem Hochhaus im Ortsteil Brüser Berg am Rande der Stadt.[9][10] Ab dem neunten Lebensjahr erhielt Hajabi Klavierunterricht. Durch Dr. Dres Debütalbum The Chronic wurde 1993 sein Interesse an Hip-Hop geweckt.[11] Nach eigener Aussage litt er als Jugendlicher unter Armut und Ausgrenzung: „Meine Mutter ging putzen, mein Vater ist abgehauen. Es war nicht schön mit anzusehen, wie sich meine Mutter Tag für Tag abmühte. Dazu kam, dass ich auf dem Gymnasium wie ein Außenseiter behandelt wurde. Die Deutschen nannten mich einen Asi. Zu den Geburtstagen wurden alle eingeladen. Außer mir. Ich wurde dann der Asi, den sie wollten.“[12] Nach Abschluss seiner Schullaufbahn schloss er eine Ausbildung zum informationstechnischen Assistenten ab.[13] Als er wegen des Verdachts auf Drogenhandel gesucht wurde, zog er nach London, wo er von 2005 bis 2007 an der Metropolitan University International Business und Music Business studierte.[9][14] Nachdem der Haftbefehl gegen ihn wegen Beweismangels aufgehoben worden war, kehrte er nach Deutschland zurück.[9]

Überfall auf Goldtransporter Am 15. Dezember 2009 überfiel Hajabi gemeinsam mit drei Komplizen einen Goldtransporter. Die als Steuerfahnder und Polizisten verkleidete Gruppe erbeutete dabei Gold im Wert von etwa 1,7 Millionen Euro.[15] Xatar floh daraufhin über Moskau in den Irak, wo er durch den kurdischen Geheimdienst festgenommen wurde und später auch gefoltert worden sein soll.[9][16][17] Im Mai 2010 erfolgte die Abschiebung nach Deutschland.[18] Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft erhob am 14. Juli 2010 Anklage gegen Hajabi und fünf weitere Tatverdächtige. Am 27. Oktober 2010 begann der Prozess vor dem Landgericht Stuttgart. Nachdem die große Strafkammer des Landgerichts in Aussicht gestellt hatte, im Falle eines Geständnisses die Haftstrafen auf sieben bis acht Jahre zu begrenzen, legte Hajabi im Mai 2011 ein umfassendes Geständnis ab.[19] Das Gericht verurteilte ihn daraufhin am 22. Dezember 2011 wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung zu acht Jahren Freiheitsstrafe. Mit seinem Urteil folgte es damit in weiten Teilen den Forderungen der Staatsanwaltschaft.[15] Während seiner Inhaftierung blieb Xatar weiterhin als Manager und Musiker aktiv. Für diese Zwecke ließ er sich ein Mobiltelefon in seine Zelle in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach schmuggeln. Am 5. Dezember 2014 erfolgte die vorzeitige Haftentlassung Xatars aus der Justizvollzugsanstalt Rheinbach.[20]

Weitere Quellen:
Xatar-Wikipeda
Official Xatar Shop
XATAR - YouTube